Jetzt braucht es Verantwortliche auf regionaler und kommunaler Ebene
Eine weitere Umgestaltung der Energieinfrastrukturen und vor allem eine verstärkte regionale Koordination sind essentiell für eine erfolgreiche Energiewende im Ruhrgebiet. Das Projekt „Energiewende Ruhr“ zeigt den Weg zu einer strategischen Weiterentwicklung in der Region auf. Die nötigen Schritte für eine Energiewende müssen nun die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in den Ruhrgebietsstädten gehen.

„Das Ruhrgebiet mit seiner polyzentrischen Struktur hat Modellcharakter“, sagt Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vize-Präsident des Wuppertal Instituts. „Gelingt hier eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung der Energiewende, so kann die Region eine wichtige Vorreiterrolle für den Wandel in ähnlichen Räumen sein.“ Es stellen sich jedoch viele Fragen: Wie können Kommunen des Ruhrgebiets bei der Umsetzung der Energiewende unterstützt werden? Wie kann eine nachhaltige Umsetzung der Energiewende die Entwicklungschancen der Region insgesamt stärken? Wie kann regionale Strukturpolitik für die Energiewende gestaltet sein? Wie können Energiewende und Klimaschutz verstärkt in die integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung aufgenommen werden?

Die Broschüre „Die Energiewende regional gestalten – Auf dem Weg zu einer Energiewende-Roadmap im Ruhrgebiet“ liefert dazu erste Antworten. Sie konzentriert sich dabei nicht nur auf Politikmaßnahmen und -indikatoren in verschiedenen Handlungsfeldern, sondern leistet vor allem Hilfestellung für die Fortführung des politischen Prozesses. Es gilt nicht nur die Kommunen, sondern auch Stadtquartiere und die Gesamtregion in den Blick zu nehmen: Zentrale Themen sind dabei die Anpassung der Energieinfrastrukturen an neue technische und ökonomische Herausforderungen der Energiewende und die Steuerung der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung in eine nachhaltige Richtung. In allen Sektoren und über alle politischen Ebenen hinweg sind jedoch Fragen der politischen Steuerung (Governance) und der Teilhabe an Entscheidungsprozessen (Partizipation) grundlegend zu beantworten.

Sich aus dem Projekt ergebende Handlungsempfehlungsempfehlungen umfassen unter anderem die Einrichtung eines übergreifenden regionalen Energiewende-Lenkungskreises sowie eines regionalen Finanzierungs- und Innovationsfonds. Als nächstes solle ein umfassender Roadmapping-Prozess initiiert werden, an dem alle wichtigen Akteurinnen und Akteure der Region beteiligt werden müssen.

Das von der Stiftung Mercator geförderte Projekt „Energiewende Ruhr“ wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Wuppertal Instituts, des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI), der Technischen Universität Dortmund, des Büros Spiekermann & Wegener sowie der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt und vom Wuppertal Institut koordiniert. Zwischen 2014 und 2017 beschäftigte sich das interdisziplinäre Konsortium intensiv mit dem Ruhrgebiet. Dabei wurde großer Wert auf die Einbindung der Praxisakteure gelegt, die in vielen Workshopformaten sowie auf zwei großen Konferenzen im Juni 2015 („Auf dem Weg zu einer Energiewende-Roadmap für das Ruhrgebiet. Spannungsvolle Transformationen zu nachhaltigen Emissionsminderungen“) und im November 2016 („Die Energiewende regional gestalten: Mit einem Fahrplan in die Zukunft des Ruhrgebiets“) zur kritischen Begleitung des Projekts beitrugen.

„Mit dem Projekt wollte die Stiftung Mercator einen Impuls zur regionalen Strategiebildung für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende im Ruhrgebiet geben“, sagt Dr. Lars Grotewold, Leiter des Bereichs Klimawandel bei der Stiftung Mercator. „Es gilt, die Kräfte zu bündeln, damit die Energiewende eine wirtschaftliche Modernisierungsagenda für die Region wird.“

Neben der Broschüre wurde außerdem der Herausgeberband „Geschichten einer Region. AgentInnen des Wandels für ein nachhaltiges Ruhrgebiet“ veröffentlicht. Gleichzeitig entstand mit der Landkarte Energiewende Ruhr eine digitale Informationsplattform über good practice-Projekte in der Region. Diese und alle weiteren Produkte und Publikationen aus dem Projekt stehen zum freien Download auf der Projektwebsite zur Verfügung.

Pressemitteilung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie
VisdP: Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident
Kontakt: Luisa Lucas, Öffentlichkeitsarbeit
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