Seit der ersten Verabschiedung der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie 2016 evaluiert und untersucht das Wuppertal Institut deren Umsetzung und Weiterentwicklung und führte verschiedene Forschungsprojekte durch. Die Nachhaltigkeitsstrategie als wichtiges Instrument der Landesregierung für eine nachhaltige Entwicklung in Nordrhein-Westfalen (NRW) wurde 2020 fortgeschrieben. Sie formuliert den Vorsatz, die Vorbildrolle der Landesverwaltung in puncto Nachhaltigkeit auszubauen. Um die Landesverwaltung entsprechend zukunftsfähig aufzustellen, hat das Wuppertal Institut jetzt einen Fahrplan mit Impulsen und Ideen für deren Entwicklung entwickelt.

Dafür fanden fünfzehn Online-Workshops statt, in denen mehr als 60 Mitarbeitende der Landesverwaltung aus verschiedenen Einrichtungen und Behörden sowie interne und externe Expert*innen aus Forschung und Praxis für die Handlungsfelder Klimaneutralität, Beschaffung, Mobilität, Gebäude und Flächen, Personal, Prozesse, Veranstaltungen sowie Kantinen geeignete Indikatoren, Ziele und Maßnahmen diskutierten. Sie schlagen beispielsweise vor, die jährlichen Dienstreisekilometer zu reduzieren, ein umfangreiches Mobilitätsmanagements einzuführen sowie alle öffentlichen Beschaffungsvorgänge auf soziale und ökologische Kriterien konsequent zu überprüfen. Daneben schlagen sie einheitliche Regelungen für mobiles Arbeiten in allen Behörden und Einrichtungen sowie die Entwicklung einer Diversitätsstrategie für das Veranstaltungsmanagement vor.

Diese Maßnahmen entstammen nicht allein durch die Workshops, sondern sind auch Ergebnisse eines „Blicks über den Tellerrand“: Während das Bundesland Hessen ein einheitliches landesweites ÖPNV-Ticket für alle Mitarbeitenden verpflichtend und kostenlos eingeführt hat, ist in Nordrhein-Westfalen noch nicht in allen Einrichtungen der Landesverwaltung überhaupt ein Jobticket erhältlich. Neben einem solchen Landesticket schlagen die Forschenden auch vor, tierische Produkte in den Kantinen zu reduzieren, die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität auszubauen, energiesparende Voreinstellungen an IT-Geräten zu nutzen sowie gemeinschaftlich auch von Externen genutzte Büros und Co-Working-Spaces einzuführen, um den Verkehr zu minimieren. Daneben legen die Expert*innen nahe, dass sich Ministerien und nachgeordnete Einrichtungen sukzessive mit Energie- und Umweltmanagementsystemen ausstatten und zertifizieren, um Synergieeffekte mit dem Projekt der klimaneutralen Landesverwaltung zu schaffen und eine nachhaltige und klimaneutrale Landesverwaltung bis 2030 zu erreichen.

Die Roadmap „Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landesverwaltung NRW 2030“ zeichnet die Ziele einer nachhaltigen Verwaltung und den Weg dahin auf und macht zahlreiche Vorschläge für Maßnahmen zur Zielerreichung. Das Forschungsmodul ist Teil des Forschungsprojektes „Nachhaltigkeitsstrategie NRW: Vertiefungsanalysen zur Umsetzung aus wissenschaftlicher Sicht“ und wird vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Zur Roadmap:

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