Im April 1994 wurde das BICC (Bonn International Center for Conversion) als außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau und des damaligen UN-Generalsekretärs gegründet. Heute ist BICC das größte Friedens- und Konfliktforschungsinstitut in Nordrhein-Westfalen und Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF).

Das BICC verbindet empirische Forschung in Konfliktregionen mit dem gezielten Transfer in die Politik. Es berät unter anderem die Vereinten Nationen, das Auswärtige Amt oder die Afrikanische Union zu Themen, die von konkreten Ansätzen für Friedensverhandlungen über die Demobilisierung von Kombattanten bis hin zur Kleinwaffenkontrolle reichen.

Ebendieser Transfer soll bei der Talkrunde, die im Rahmen der Reihe „JRF vor Ort“ aus Anlass des 25. Jubiläums des BICC stattfindet, zur Diskussion stehen.

JRF vor Ort anlässlich 25 Jahre BICC:

Ist die globale Politik noch zu retten?
Was kann Friedens- und Konfliktforschung leisten?

Mittwoch, 6. November 2019
18:30 Uhr – 20:00 Uhr + Empfang

Deutsche Welle, Gremiensaal
Karl-Schumacher-Str. 3
53113 Bonn

Eintritt frei. Teilnahme nach Anmeldung über den Button

Die Veranstaltung geht den Fragen nach, welche Beratungsangebote die Friedens- und Konfliktforschung zu bieten hat und welche Motive und Interessen die Politik hat, diese Empfehlungen anzunehmen – oder auch nicht.

Beispiel Stabilisierung

„Stabilisierung“ gewinnt zunehmend an Bedeutung als Leitbild für die internationale Sicherheits- und Entwicklungspolitik. In welchem Verhältnis befinden sich die Unterstützung für Demokratie und Menschenrechte einerseits und die Schaffung und Aufrechterhaltung der Ordnung andererseits?

Beispiel Rüstungsexporte

Bis Ende September werden keine rein deutschen Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien geliefert. Gleichzeitig steht die Bundesrepublik nach wie vor weltweit auf Platz 4 der größten Waffenexporteure. Berücksichtigt die Bundesregierung die EU-Export-Kriterien, die die Menschenrechtslage ebenso umfassen wie die regionale Konfliktlage, konsequent genug?

Beispiel Flüchtlingspolitik

Krieg, Repression und fragile Staatlichkeit führten dazu, dass sich die Zahl der Flüchtlinge, Asylsuchenden und Binnenvertriebenen weltweit zwischen 2007 und 2017 von 30 Mio. auf 68,5 Mio. mehr als verdoppelt hat. Die Europäische Union unterhält Migrations- und Mobilitätspartnerschaften mit autoritär regierten Transit- und Herkunftsstaaten, um sich abzuschotten. Wenn dies zu neuen Krisen und Fluchtbewegungen beiträgt – wie kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden?


Programm

Festakt (16:30 – 17:45 Uhr)

Beginn „JRF vor Ort“ (18:30 Uhr)

Begrüßung

  • Prof. Dr. Dieter Bathen, Vorstandsvorsitzender der JRF

Talkrunde

  • Politik: Martin Jäger, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Zivilgesellschaft: Mathias Mogge, Generalsekretär Deutsche Welthungerhilfe
  • Medien: Bettina Gaus, Journalistin, taz
  • Friedensforschung: Dr. Katja Mielke, Wissenschaftlerin, BICC

Moderation

  • Ute Lange

Schlussworte

  • Ramona Fels, Geschäftsführerin der JRF

Empfang (20:00 – 21:30 Uhr)