Die Gründung.
Die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) wurde am 2. April 2014 mit einem Festakt in der Villa Horion in Anwesenheit von Christina Rau, der Frau des verstorbenen ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau, gegründet. Die JRF ist die neue Dachorganisation für 15 rechtlich selbstständige, gemeinnützige außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit mehr als 1.200 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen und einem Umsatz von 80 Millionen Euro.

Die Aufnahme in die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft setzt herausragende Forschung an Fortschrittsthemen und die Erfüllung von einheitlichen Qualitätsstandards voraus. Neben den 15 wissenschaftlichen Mitgliedern ist das Land NRW ebenfalls Mitglied, vertreten durch das Wissenschaftsministerium.

Zu den gemeinsamen Aufgaben der JRF gehören die Forschungskooperation, die Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs, die Öffentlichkeitsarbeit und eine regelmäßige Evaluation der Mitgliedsinstitute.


Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen:

„Die Gründung der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft hat dreifache Signalwirkung für Nordrhein-Westfalen: Sie setzt neue Impulse beim Strukturwandel, sie steht für eine Kräftebündelung bei der Umsetzung der Fortschrittsstrategie des Landes und sie stärkt die Kooperationen zwischen den Forschungseinrichtungen. Insbesondere die Bandbreite der Institute von der Ingenieurtechnik über Unternehmens- und Politikberatung bis zu Gesellschaftswissenschaften ermöglicht neue interdisziplinäre Forschungsprojekte und eine ganzheitliche Betrachtung der Zukunftsfragen einer immer komplexer werdenden Gesellschaft.“
(Bildrechte: Dietmar Wadewitz © wissenschaft.nrw.de)
„Fortschritt nach menschlichem Maß kennt seinen Wert und weiß um seine Werte.“
(Johannes Rau, Berliner Rede 2001)
 
Die Mitgliederversammlung.
Die Mitgliederversammlung ist neben Vorstand und Kuratorium das wesentliche Leitorgan. Ihre Aufgaben sind vielfältig: Unter anderem beschließt sie die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern, wacht über das strategische Gesamtkonzept und die Grundsätze der Erfolgskontrolle, bestellt die Mitglieder des Vorstands und des Kuratoriums und ist für die Satzung und die Beitragsordnung des Vereins zuständig.

Die Mitgliederversammlung kommt mindestens einmal jährlich zusammen. Den Vorsitz hält der Vertreter des Landes, der auch die Mitgliederversammlung leitet.


 
Der Vorstand.
Der Vorstand ist für die Verfolgung der Gesamtstrategie der JRF verantwortlich. Er ist an die Beschlüsse der Mitgliederversammlung gebunden und ist ihr gegenüber berichtspflichtig.

Die Mitglieder des Vorstands werden von der Mitgliederversammlung für eine Zeit von fünf Jahren bestellt.
Prof. Dr. Dieter Bathen
Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Vorstand
(Institut für Energie- und Umwelttechnik [IUTA] & Universität Duisburg-Essen)
Ramona Fels
Stellvertretende Vorstandsvorsitzende und kaufmännischer Vorstand
(Leiterin der JRF-Geschäftsstelle)
Prof. Dr. Uwe Schneidewind
Wissenschaftlicher Vorstand
(Wuppertal-Institut & Bergische Universität Wuppertal)
Das Kuratorium.
Das Kuratorium berät die übrigen Organe der JRF in wissenschaftlichen und strategischen Fragen sowie im Hinblick auf das Evaluierungsverfahren. Dem Kuratorium gehören bis zu 18 Persönlichkeiten insbesondere aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an, die den Vereinszweck wegen ihrer besonderen Beziehung zu Wissenschaft und Forschung zu fördern vermögen. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Kuratoriums werden von der Mitgliederversammlung für eine Amtszeit von in der Regel fünf Jahren berufen.

Gunther Adler
Staatssekretär im Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit

Dr. Joachim Paul
Ehem. wissenschaftspolitischer Sprecher
der Piraten im NRW-Landtag

Michael Bayer
Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen

Christine Prußky
Freiberufliche Journalistin;
ehem. Leitende Redakteurin der duz

Dr. Stefan Berger, MdL
Wissenschaftspolitischer Sprecher
der CDU im NRW-Landtag

Ulrike Schell
Mitglied der Geschäftsleitung der
Verbraucherzentrale NRW

Holger Ellerbrock
Ehem. Sprecher im Bauausschuss
des NRW-Landtages (FDP)

Karl Schultheis, MdL (Vorsitzender)
Mitglied im Wissenschaftsausschuss
des NRW-Landtages (SPD)

Dr. Thomas Kathöfer
Hauptgeschäftsführer der AiF


Dr. Ruth Seidl
Ehem. wissenschaftspolitische Sprecherin
der Grünen im NRW-Landtag

Prof. Dr. Notburga Ott (stellv. Vorsitzende)
Lehrstuhl für Sozialpolitik
und Institutionenökonomik,
Ruhr-Uni Bochum

Prof. Dr. Anja Steinbeck
Rektorin der Heinrich-Heine Universität
Düsseldorf

Dr. Gabriele Wendorf
Wissenschaftliche Geschäftsführerin
des Zentrums Technik und Gesellschaft
der TU Berlin

   

Das Selbstverständnis der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.
Die in der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft zusammengeschlossenen gemeinnützigen Institute stehen für interdisziplinäre, an der Gesellschaft und dem „menschlichen Maß“ orientierte Forschung in Nordrhein-Westfalen.

> Das Selbstverständnis können Sie hier nachlesen (PDF)
Die Evaluierung.
Die JRF erfüllt höchste Qualitätsansprüche. Alle Forschungsinstitute werden regelmäßig von externen Gutachterinnen und Gutachtern evaluiert. Ein eigens für die JRF entwickeltes Verfahren stellt eine objektive Evaluierung sicher. Es wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, dem Land NRW und Vertreterinnen und Vertretern von JRF-Instituten entwickelt.

Eine unabhängige, externe Evaluationsagentur hat die wissenschaftliche Verantwortung für das Evaluierungsverfahren und wählt die Gutachterinnen und Gutachter institutsspezifisch im Benehmen mit der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aus.

Das Evaluierungsverfahren ist ein mehrstufiger Prozess, an dessen Anfang ein Eigenbericht des Instituts anhand eines Fragenkatalogs und an dessen Ende der Evaluationsbericht der externen Gutachterinnen und Gutachter nach einer Vor-Ort-Begehung steht.

Pro Jahr werden drei JRF-Institute evaluiert.

Hier finden Sie die Dokumente zum Nachlesen:

> Evaluationsrichtlinien (PDF)
> Musterfragenkatalog (PDF)
> Befangenheitskriterien (PDF)

Über Johannes Rau.
Nordrhein-Westfalen ist heute der dichteste Wissenschaftsraum Europas. Ein Netzwerk von 72 Hochschulen, 15 Johannes-Rau-Instituten, 13 Fraunhofer-Instituten, 12 Max-Planck-Instituten, 10 Leibniz-Instituten und 3 Helmholtz-Zentren bietet ein exzellentes Forschungs- und Entwicklungsumfeld. Diese reiche Landkarte an Forschungseinrichtungen und Hochschulen verdanken wir auch Johannes Rau.
Der Namensgeber der JRF ist der 2006 verstorbene ehemalige NRW-Ministerpräsident und spätere Bundespräsident. Johannes Rau war von 1970 bis 1978 Minister für Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen. Während dieser Zeit wurden in NRW fünf Gesamthochschulen in Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal gegründet, die später in Universitäten umbenannt wurden. Auch die Gründung der Fernuniversität in Hagen als erste staatliche Fernhochschule fällt in diese Zeit. Die früheren Ingenieurschulen wandelte er in Fachhochschulen um.

Johannes Rau gilt als Vater der hochschulpolitischen Regionali-sierung in NRW. Wie kein anderer hat er mit der Umstrukturierung der Forschungslandschaft wichtige Grundsteine für den Strukturwandel gelegt. Damit gilt er auch als Wegbereiter für die Gründung vieler Institute, die heute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft angehören.

Bild: Auf dem Johannes-Rau-Platz erinnert Wissenschaftsministerin Svenja Schulze beim Festakt zur Gründung der JRF an den Namensgeber.

Von links nach rechts: Prof. Uwe Schneidewind (Zweiter Wissenschaftlicher Vorstand der JRF), Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Prof. Wolfgang Marquardt (Vorsitzender des Wissenschaftsrates), Prof. Dieter Bathen (Vorstandsvorsitzender der JRF).

(Bildrechte: Gerhard P. Müller/gp@gpm-foto.de, © wissenschaft.nrw.de)