Wie 3D-Laser-Hologramme, Rapid Prototyping und digitale Zwillinge industrielle Abläufe verbessern und Kosten senken.

Wie gut ist meine Planung? Wie passend ist mein Werkzeug? Welche Anmutung würde meinem Kunden besser gefallen? 70 Experten aus der Industrie erlebten am 24. Januar in Dortmund, wie aktuelle innovative Simulationstechnik die menschliche Vorstellungskraft greifbar macht und riskante, teure oder einfach nur umständliche Versuche in der industriellen Planung und Qualitätsprüfung ersetzt. Das RIF Institut für Forschung und Transfer hatte gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft, der Initiative In|Die RegionRuhr, dem VDI, Westfälischer Bezirksverein e.V., dem kompetenzNetz simulation dortmund, KOSIM, und der carat robotic innovation GmbH zum „Dortmunder Tag der Simulation“ eingeladen. Die Veranstaltung erlaubte faszinierende Einblicke in das aktuelle Know-how dieser innovativen Branche am Standort Dortmund.

In Fachvorträgen stellten Dortmunder Forscher zudem mit vielen Hintergrundinformationen die Leistungsfähigkeit von High-End-Simulationen in der industriellen Praxis dar: Dabei ging es um die Automatisierung von Fertigungen (Dr.-Ing. Roland Wischnewski, RIF), Planung von Kapazitäten (Prof. Dr.-Ing. Jochen Deuse, TU Dortmund), die Programmierung von Lackier- und Beschichtungsprozessen (Michael Hoppe, carat robotic innovation GmbH) und die Optimierung von Kunststoffprodukten (Prof. Dr.-Ing. Markus Stommel, TU Dortmund), sowie von Strömungsmaschinen (Prof. Dr.-Ing. Marius Geller, FH Dortmund) oder mikrooptischen Beleuchtungssystemen (Michael Jakubowsky, RIF). Neben Maschinen und Anlagen rücken zunehmend auch menschliche Fähigkeiten in den Mittelpunkt von Simulationen. So lassen sich Kundenwünsche per Eye-Tracking an virtuellen Prototypen ermitteln (Prof. Dr.-Ing. Robert Refflinghaus, Universität Kassel) oder über die Simulation digitaler Menschmodelle individuelle Arbeitsplätze ergonomisch gestalten: „Das Konzept der Digitalen Zwillinge nutzen wir bereits jetzt in der Praxis, unter anderem, um aufzuzeigen wie Menschen und Roboter zusammen arbeiten können“, sagte RIF-Vorstand Prof. Dr.-Ing. Jürgen Roßmann.

In der Begleitausstellung faszinierten die virtuellen Welten in der begehbaren RIF-Panorama-Rundum-Projektion. Mit der 3D-Darstellung ihrer Simulationen als Hologramme demonstrierte die FH Dortmund eindrucksvoll ihre Kompetenzen auf den Gebieten der Turbomaschinen und Biomedizintechnik. Außerdem machten die Stände deutlich, auf welche Weise Simulationen in der Industrie Mehrwerte schaffen: Die Software der Firma IANUS berechnet unter anderem Strömungen und Mischungen von Materialien bei der Kunststoffherstellung. Die Simulationslösungen der CADFEM GmbH zeigen Konstrukteuren unter anderem frühzeitig auf, welche Kräfte auf einzelne Bauteile, vorgeführt am Beispiel eines Hexakopter-Fluges, einwirken. Die Simulationen am ISF Institut für spanende Fertigung der TU Dortmund helfen bei der Vorhersage des Werkzeug- und Materialverhaltens beim Fräsen und Schleifen. Die ITB Ingenieurgesellschaft für technische Berechnungen mbH erzeugt unter anderem Crash- und Aufprallsimulationen, die Firma Orontec GmbH & Co. KG bietet Unterstützung von Prüfprozessen bei der Entwicklung und Produktion von Beschichtungsstoffen ( z.B. Farben) durch Simulation an. Mit dem Softwaresystem FAMOS robotic der carat robotic innovation GmbH lässt sich der Einsatz von Industrierobotern offline planen. Und die Firma Imprintec Material Testing Solutions demonstrierte, wie kleinere Gegenstände so schnell dreidimensional vermessen werden, dass die Daten für die Berechnung von Festigkeiten, etwa für Qualitätsprüfungen bei laufender Fertigung, genutzt werden können.

Zudem werden auch reale Hardwareprodukte zur Nutzung der immer leistungsstärkeren Simulationssoftware benötigt: Die Firma design works 3D zeigte eine Auswahl verschiedenster Prototypen aus dem Produktdesignbereich, die sie aus Datenwelten erzeugt hat. Virtual und Augmented Reality-Brillen, Datenhandschuhe und andere Eingabegeräte konnten am Stand der Firma viality e.K. ausprobiert werden. Der RIF-Bereich Arbeits- und Produktionssysteme führte „Sensor-Anzüge“ vor, mit denen menschliche Bewegungen erfasst und digitalisiert werden können.

Besonders mutige Besucher konnten zudem im Arbeits-maschinensimulator am RIF mit originalen Bedienelementen testen, wie sich ein virtuelles Fahrzeug auf einem Roboter mit 500 Kilogramm Tragkraft durch virtuelle Welten steuern lässt.

14 Aussteller beteiligten sich am Dortmunder Tag der Simulation im RIF. „Wir waren schon im Vorfeld erfreut, wie gut der Dortmunder Tag der Simulation angenommen worden ist. Die Veranstaltung war sehr schnell ausgebucht, wobei mehr als zwei Drittel der Teilnehmer Fachleute der regionalen Unternehmen sind. Darin zeigt sich die hohe Praxisrelevanz der vorgestellten Technologien und Entwicklungen.“, sagte RIF-Geschäftsführer Michael Saal.

Aufgrund der guten Resonanz soll das Veranstaltungsformat zukünftig weitergeführt werden.

Presseinfo:
RIF Institut für Forschung und Transfer, Michael Saal, Geschäftsführer, Telefon: 0231 / 9700 104,

RIF-Pressestelle:
vdB Public Relations, Sabine von der Beck, Telefon 0209.167-1248, E-Mail: [email protected]r.de, Munscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen